Um dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegen zu wirken, gab es jetzt einen Erfahrungsaustausch von Teilnehmerinnen aus der Woiwodschaft Großpolen und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. Im Rahmen eines dreitägigen Fachaustauschs in Hannover haben die Beteiligten aus beiden Ländern am Mittwoch, 4. November, das Projekt "Deutsch-Polnisches Kompetenzzentrum Pflege" vorgestellt. "Wir stehen für Qualität und gute Arbeit in der Pflege und wollen mit diesem Projekt einen Weg aufzeigen, wie Fachkräfte beider Länder besser kooperieren, sich austauschen sowie von- und miteinander lernen können", sagt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Niedersachsen. Aktuell werden die Altenpflegeausbildungen in Deutschland und Polen nicht bilateral anerkannt. "In Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels in der Pflege ist es schon fast fahrlässig, diese Chance des Austauschs von Fachpersonal, das international arbeiten will, zu unterbinden", sagt Birgit Eckhardt. "Wir müssen polnischen Fachkräften die Möglichkeit geben, in Deutschland in ihrem Beruf zu arbeiten, ohne dass sie auf halblegale Notlösungen zurückgreifen zu müssen."
Aus diesen Überlegungen entstand das deutsch-polnische Gemeinschaftsprojekt, das am 1.1.2016 startet. Die ersten zwei Jahre sind als Probephase angelegt, in denen die Vorbereitung, Durchführung und Evaluation eines deutsch-polnischen Ausbildungsgangs in der Altenpflege praktisch erprobt werden soll. Ab 2018 soll das "Deutsch-Polnische Kompetenzzentrum Pflege" dann in die Dauerphase übergehen. Langfristiges Ziel soll es sein, die gemeinsame Altenpflegeausbildung so zu organisieren, das sowohl deutsche als auch polnische Fachkräfte einen Abschluss erzielen, der in beiden Ländern anerkannt wird.
Zum Abschluss informierte sich die polnische Delegation in Braunschweig über die Vielfalt der Angebote der Paritätischen Dienste, um zu erfahren, wie die Umsetzung von Hilfeleistungen in der Praxis gehandhabt wird.
Henning Eschemann, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig, begrüßte die Gäste und stellte die große Palette an unterschiedlichen Arbeitsbereichen vor. Sabine Rath, Abteilungsleiterin der Paritätischen Dienste, erläuterte die verschiedenen Angebote der Paritätischen Dienste – von dem Hauswirtschaftlichen Dienst über Essen auf Rädern, der Integrationsassistenz bis hin zum Betreuten Wohnen. Pflegedienstleiterin Nadine Osterloh ging im Anschluss noch einmal gezielt auf die Ambulante Pflege ein.
Nicht nur die große Anzahl an Kunden, derzeit rund 900, die von den Paritätischen Diensten versorgt werden, war für die Gäste aus Polen bemerkenswert. Auch die Besonderheit der vielfältigen Angebote aus einer Hand war von besonderem Interesse. Zudem ging es um Fragen der Finanzierung der verschiedenen Leistungen, um Konkurrenz zwischen den Anbietern, um die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um Ausbildung und unter anderem auch um die Fluktuation, die hier sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Kunden sehr gering ist. „Das ist ein tolles Zeichen, gut und wichtig für die Kunden und lässt auf stabile Arbeitsverhältnisse schließen“, zeigte sich Marzena Wodzinska, Mitglied des Vorstandes des Woiwodschaft Großpolen/Wielkopolska, beeindruckt.








