Freude, Traurigkeit, Angst, Wut: Die Kinder der Sternengruppe packten in einem Projekt "einen ganzen Koffer voller Emotionen". Wie fühlt es sich an, wenn man traurig ist, sich freut, wütend ist oder Angst hat? Welche Gefühle gibt es überhaupt? Wie äußern sie sich? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigten sich die Kinder des Sprachheilkindergarten in Salzgitter in einem besonderen Projekt. Als Hilfsutensilien gab es entsprechende Gefühlsmasken, die es den Kindern erleichterten, Gefühle nur mit Mimik und Gesten auszudrücken.
Freude und Wut, das waren die ersten Empfindungen, die es galt den anderen der Gruppe jeweils mitzuteilen. Jedes Kind konnte sich die Masken aussuchen und dann das entsprechende Gefühl darstellen, sie konnten sich im Spiegel betrachten, über das Gefühl sprechen und es ausprobieren. Gar nicht so einfach fand beispielsweise Celina, die meinte „Ich bin nie wütend, diese Maske passt nicht zu mir.“ Ganz offen berichtete Foris von seinem Erlebnis: „Heute war ich wütend, weil wir nicht lange genug auf dem Spielplatz waren“ und auch Marc konnte das gut nachvollziehen, war jedoch nicht wütend sondern: „traurig, weil wir so schnell vom Spielplatz weg mussten.“
Eine weitaus schwierigere Aufgabe wartete danach mit dem Darstellen der Empfindungen von Angst und Traurigkeit. Aber auch hier überwanden die Kinder mit Zureden, Mut und Vertrauen ihre Zurückhaltung. Floris beispielsweise konnte sein Gefühl ziemlich schnell und gut in Worte fassen: „Ich war traurig, Louis hat meinem Herz wehgetan, er hat gesagt er ist nicht mehr mein Freund.“
Schließlich schafften es alle, sich auch die Masken Traurigkeit und Angst aufzusetzen. „Es war spannend zusehen, wie sich die gesamte Körperhaltung der Kinder je nach Maske veränderte“, berichtete Rodica Matthöfer, Leiterin des Sprachheilkindergartens. Und Erzieherin Kristin Findeisen sagte: „Unser Ziel war es die Gefühle den Kindern näher zubringen, um sie zu bestärken die Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken.“ Das ist gelungen. Am Ende des Projekts waren die meisten Kinder in der Lage, die Gefühle bei sich zu erkennen und auch auf die anderen zu achten. Jedes Kind konnte sich zum Schluss seine eigene Gefühlsmaske aussuchen und sein Gefühl noch mal benennen.
„Wir sind froh, dass wir den „Koffer der Gefühle“ wieder neuentdeckt und geöffnet haben. Schnell ist in der Gruppe das Sprechen über und das Darstellen der Gefühle im Kindergartenalltag angekommen. Wir haben festgestellt, dass sich die Kinder in Konfliktsituationen anders verhalten, sie sind jetzt oft in der Lage auch die Gefühle anderer zu erkennen. Teilweise fällt es den Kindern leichter, Konfliktsituationen mit den jeweiligen Masken aufzuarbeiten“, meinte Rodica Matthöfer abschließend.











