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Ein Stelldichein der besonderen Art: Job-Speed Dating für angehende Erzieherinnen, Erzieher und Sozialassistenten - berufliches Flirten zwischen Gummibärchentaucher und Friedenspfeife

Unter dem Motto „Speed Dating - die berufliche Zukunft treffen“ fand jetzt die dritte Auflage der Berufsmesse für angehende sozialpädagogische Fachkräfte und  zukünftige Arbeitgeber im Kulturzentrum Brunsviga in Braunschweig statt. An gute Fachkräfte und qualifizierten Nachwuchs zu kommen ist in der heutigen Zeit nicht leicht. Es gibt, wie in vielen anderen sozialen Arbeits- und Berufsfeldern, auch einen Mangel an Fachpersonal im Kita- und Jugendbereich. Damit haben die rund 400 weibliche und männliche angehenden Sozialassistenten und Erzieher der Berufsbildenden Schule V und der Fachschule Sozialpädagogik, die zu dieser Jobmesse kamen, eine komfortable Ausgangssituation.

„Rund 4000 offene Stellen wird es in den nächsten Jahren in Niedersachsen geben“, sagte Martin Albinus, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie in seinem Grußwort der Stadt Braunschweig. „Die Ausgangsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt haben sich geändert. Wir brauchen in hoher Geschwindigkeit viele qualifizierte Menschen. Deshalb müssen sich die Arbeitsbedingungen verbessern“, betonte Albinus und versprach, sich dafür weiterhin stark zu machen. Organisiert wurde der Tag wieder vom Arbeitskreis „Praxis macht Schule“, der sich seit zwanzig Jahren für die Weiterentwicklung der Ausbildung sozialpädagogischer Fachkräfte einsetzt.

Bei der Job-Kontaktbörse präsentierten sich in diesem Jahr fünfzehn Träger der Kinder- und Jugendhilfe Braunschweigs und aus der Region. Als Träger mit dabei war auch der Paritätische Braunschweig, der - wie bereits in den vergangenen Jahren - mit besonderen Mitmach-Aktionen zusätzlich  für große Aufmerksamkeit sorgte. An sechs Stationen konnten die jungen Frauen und Männer unter anderem einen Styroporball mit einer selbstgebastelten Friedenspfeife zum Schweben bringen, Gummibärchen tauchen lassen und Wasserrosen zum Blühen bringen. Und obendrein gab es die Experimentier- und Bastelanleitungen im Postkartenformat gleich zum Nachmachen und Mitnehmen als Anregung mit nach Hause. Begeistert zeigten sich Standbesucher von diesen Angeboten: „Das sind tolle Ideen, dien man mit wenig Materialien leicht umsetzen kann. Das werde ich gleich alles weiter nutzen können“, freute sich der 22-jährige Nico. „Ich habe auf die Schnelle einen tollen Einblick von den Möglichkeiten die man hier hat, der Kreativität der Menschen, die hier arbeiten und der Atmosphäre bekommen. Man merkt, hier wird sich Mühe gegeben und man kommt unkompliziert ins Gespräch. Ich habe beispielsweise erfahren, dass ich mich mit meinen Stärken und meinen Interessen wie Sport gut einbringen kann“, berichtete der 22-jährige Joshua. Und Matilda, 20 Jahre, fügte hinzu: „Dieses Mal habe ich bei der Veranstaltung das Gefühl, dass man gewollt wird, dass die Arbeitgeber auf einen zukommen und nicht andersherum". Ihr einziger Kritikpunkt: "Es ist ziemlich voll ein ein ganz schönes Gedränge.“

Dass das Job-Speed-Dating eine gute Plattform sowohl für künftige Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber ist, zeigte zum wiederholten Male die durchweg positive Resonanz. Gerade die lockere Atmosphäre, die spontanen Gespräche, das unkomplizierte Aufeinander zugehen und das unbürokratisches Kennenlernen machen diese Veranstaltung so besonders. Bei dem Blind Date zwischen künftigen Arbeitnehmer und potentiellen Arbeitgeber wird schnell klar, ob auch die Chemie stimmt. Etliche Besucher hatten ihre Bewerbungen gleich mit dabei oder vereinbarten weitere Termine und persönliche Vorstellungsgespräche.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Vortrag „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ von Kabarettist Rainer Schmidt, der selbst an einer Behinderung leidet. Er unterhielt das Publikum mit persönlichen Geschichten aus seinem Leben und betrachtete die Pädagogik, das Thema Inklusion, das Lernen sowie die Herausforderungen, die an jeden einzelnen gestellt werden, auf seine ganz individuelle, humorvolle Art.