Niemand entscheidet sich bewusst für eine Sucht, oft schleicht sie sich an und zieht Betroffene immer weiter in einen Bann, aus dem sie schwer alleine wieder aussteigen können. Der Online-Glücksspielmarkt wächst seit Jahren rasant. Immer mehr Menschen nutzen digitale Angebote und geraten dabei auch in riskantes oder abhängiges Spielverhalten. Um dies zu verhindern, zählen Prävention, ein achtsamer Umgang mit dem Thema Sucht und die Sichtbarkeit sowie Bekanntheit von Angeboten zu wichtigen Aufklärungsmaßnahmen.
Jedes Jahr am letzten Mittwoch im September findet der bundesweite Aktionstag gegen Glücksspielsucht statt. Im Zuge des diesjährigen Aktionstages am 24. September wird die Plattform „DigiSucht“ als digitales Glücksspielberatungsangebot in ganz Niedersachsen eingeführt. Der Slogan „Jedes Gespräch ein echter Gewinn“ weist landesweit auf die neue Möglichkeit der anonymen und kostenfreien Online-Beratung hin. Im Fokus der Aktion steht in diesem Jahr außerdem das Thema „Glücksspielschäden – erkennen, benennen, vermeiden“.
Prävention für junge Menschen an Schulen
Am heutigen Aktionstag haben sich auch die beiden Präventionsfachkräfte, Larissa Wassmann von der Drobs Braunschweig und Christian Horn vom Lukas-Werk auf den Weg gemacht. In der großen Pause des Gymnasiums Raabeschule kommen sie mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Niedrigschwellig sensibilisieren, aufklären und Angebote aufzeigen, darum geht es.
Unterstützung erhalten die beiden von Schulsozialpädagogin Nadine Rottluff. Sie sorgt dafür, dass das Thema Prävention in den Jahrgängen zum Thema gemacht wird. „Im 8., 9. und 10. Jahrgang spielt Glücksspielsucht und Suchtspielprävention natürlich eine große Rolle, Alkohol- und Drogenprävention natürlich auch. Wir stellen fest, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler zunehmend auch die sozialen Medien nutzen, aber den Umgang damit noch nicht ausreichend gelernt haben und die Nutzung nicht ausreichend kritisch hinterfragen“, berichtet sie aus den Erfahrungen und freut sich, dass heute die Fachleute hier sind und auf das Thema aufmerksam machen.
Der 18-jährige Maarten hört aufmerksam zu. Er selbst spielt mit seinen Kumpels Poker. „Aber nur zum Spaß“ betont er im Gespräch mit Larissa Wassmann. „Wir spielen um Chips. Es geht nur darum, gegen die anderen zu gewinnen. Wir würden niemals Geld dafür ausgeben“, sagt der Raabeschüler. Die Expertin der Drobs erklärt: „Man merkt, dass innerhalb der Freundesrunde beim Thema Geld eine Grenze erreicht wäre. Und direkt an den Gymnasiasten gerichtet sagt Larissa Wassmann: „Natürlich muss man aufpassen, dass keine Verharmlosungstendenzen geschürt werden. Ich glaube aber, dass ihr verantwortungsbewusst mit dem Thema umgeht und bestimmte Regeln und Grenzen definiert. Das ist sehr gut.“
Maarten hält den Aktionstag für relevant und sinnvoll: „Ich finde es schon cool und gut, darüber aufzuklären“, zieht er ein positives Fazit.
Das Ziel, bewusst niedrigschwellig zu informieren und mit den Jugendlichen ohne erhobenen Zeigefinger ins Gespräch zu kommen, ist gelungen. Die Plattform „DigiSucht“ bietet Hilfesuchenden jederzeit die Möglichkeit, unkompliziert und schnell Kontakt aufzunehmen.
Zur Plattform
DigiSucht ergänzt die persönliche Beratung vor Ort durch professionelle Hilfe per Chat, Mail oder Videoberatung – unverbindlich, kostenfrei und ohne lange Wartezeiten. Damit werden Menschen erreicht, die Hemmungen haben, eine Beratungsstelle aufzusuchen, oder die aufgrund von Entfernung, Arbeitszeiten oder familiären Verpflichtungen bislang keinen Zugang hatten.
Mit DigiSucht reagiert das Hilfesystem auf diese Entwicklung. Die Beratung wird dorthin gebracht, wo auch das Spiel stattfindet – ins Netz. So können Betroffene in ihrer digitalen Lebenswelt direkt angesprochen und unterstützt werden.
Mehr Informationen unter: https://www.suchtberatung.digital/ und bei unseren Fachleuten der Jugend- und Drogenberatungen in Braunschweig und Goslar.










