Ob zu Hause oder im Schulalltag: Tablets, Smartphones, soziale Netzwerke und Spiele gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Viele Eltern beobachten diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen: Einerseits bieten digitale Medien Chancen zum Lernen, zur Kreativität und zur sozialen Teilhabe. Andererseits wachsen die Sorgen über zu lange Bildschirmzeiten, ungeeignete Inhalte und mögliche Auswirkungen auf Gesundheit, Konzentration und soziale Fähigkeiten. Genau diesen Fragen widmete sich ein Infoabend mit anschließender Diskussionsrunde zum Thema digitale Erziehung und Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen im Kinder- und Jugendzentrum Mühle in Braunschweig.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung „Eltern-Navi“ für digitale Erziehung anlässlich des diesjährigen Safer Internet Days standen die aktuellen Herausforderungen, vor denen Familien heute stehen, denn Kinder kommen mittlerweile häufig schon sehr früh mit digitalen Medien in Berührung.
Florian Kregel, Leiter der Jugend- und Drogenberatung sagte: „Wir wollen uns heute darum kümmern, was Medien mit sich bringen, was das auch für Familien bedeutet und wie stark der Alltag durch die digitale Welt geprägt ist. Das Ziel dieses Aktionstages ist es, das Bewusstsein zu fördern, denn das Thema ist aktuell und wird immer aktueller.“
Der Abend machte deutlich, dass es nicht um ein pauschales „Verbot“ gehe. Das ist weder realistisch noch sinnvoll. Vielmehr gehe es darum, Kinder altersgerecht zu begleiten, ihnen Orientierung zu geben und gemeinsam Regeln zu entwickeln.
Ein wichtiger Punkt des Abends war die Frage nach der richtigen Bildschirmzeit. Die Experten betonten, dass es keine starren Grenzen gibt, die für alle Kinder gleichermaßen gelten. Eltern wurden ermutigt, nicht nur auf die Dauer, sondern vor allem auch auf die Qualität der Mediennutzung zu achten. Im Gespräch zu bleiben sei enorm wichtig. Interesse zu zeigen, aufmerksam zu sein, zu sensibilisieren und auf Gefahren hinzuweisen. Achtsamer Umgang beginnt beispielsweise schon bei der Auswahl des eigenen Profilbildes bei WhatsApp und dem Deaktivieren der Standortdaten.
Digitale Erziehung ist also ein gemeinsamer Prozess von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Klare Absprachen und regelmäßige Gespräche über Erlebnisse im Netz sind wichtige Bausteine für einen gesunden Umgang mit digitalen Medien. In den vier verschiedenen Inputs, die es von der Erziehungsberatungsstelle, der Drogen- und Suchtberatung, vom Medienzentrum Braunschweig und der Medienkoordination Braunschweig gab, war letztendlich der gemeinsame Tenor, das Verständnis, das Eltern aufbringen sollten, die gemeinsame Auseinandersetzung und das Aufstellen gemeinsamer klarer Nutzungsregeln.
Abschließend wurde betont, dass digitale Medien nicht als Gegner, sondern als Teil der Lebenswelt von Kindern verstanden werden sollten. Ziel digitaler Erziehung ist es, Kinder zu selbstständigen, kritischen und verantwortungsvollen Nutzerinnen und Nutzern zu machen. Der Infoabend zeigte, wie groß der Gesprächsbedarf ist – und wie wertvoll der Austausch zwischen Eltern, Fachleuten und Bildungseinrichtungen sein kann, um gemeinsame Wege im digitalen Alltag zu finden.







