Mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung der Sprachheilkindergärten des Paritätischen Braunschweig startete gestern der niedersachsenweite „<link more-link>Tag des Sprechens“.
„Gemeinsam haben die Kinder in unseren Sprachheilkindergärten, dass sie den Schlüssel zur Welt noch nicht besitzen. Der Schlüssel zur Welt ist unsere Sprache. Denn für die Welt da draußen müssen die Kinder gewappnet sein. Das geht mit einer guten sprachlichen Kompetenz anders.“ Mit diesen Sätzen, zitierte Henning Eschemann, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig, die Aussage der Logopädin Logopädin Sonja Paszkowski aus Salzgitter und begrüßte die interessierten Gäste in der Werkhalle des Wohnheims "Haus Braunschweig".
Mehr als sechzig Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und den Experten-Vorträgen von Dr. Gisela Klatt aus Berlin und Prof. Dr. Katja Koch aus Braunschweig.
Moderiert wurde der Abend von Beate Hamilton-Kohn von der VHS Braunschweig, die kompetent durch die Veranstaltung und die anschließende Diskussionsrunde führte. Sprache sei nicht nur Mittel zum Zweck, Sprache sei auch ein Zuhause. Mit dieser Aussage leitete die Moderatorin zum Vortrag von Dr. Gisela Klatt über, die sich dem Thema „Der Mythos von der Selbstbildung des Kindes“ widmete. Der Fokus des Vortrags der Berlinerin galt Kindern, die keine Lobby haben, Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern nicht deutschsprachiger Herkunft, Kinder, die keine wirkliche Teilhabe in der Gesellschaft erfahren. Viele Kinder - nichtdeutscher aber inzwischen auch immer häufiger deutscher Herkunftssprache - weisen erhebliche Defizite im Spracherwerb auf und besitzen häufig auch kein altersgemäßes Wissen, so Dr. Gisela Klatt bei der Vorstellung ihres Sprachprogramms. Neben vielen Aspekten und anschaulichen Beispielen aus der Praxis zum Thema Sprachbildung hob Dr. Gisela Klatt die notwendige effektive Verzahnung von sinnlichen Erfahrungen und Sprachbildung im Kitaalltag hervor. Sprache hat eine zentrale Bedeutung für Bildungsprozesse von Kindern, denn Wissen und Sprache bedingen einander.
Prof. Dr. Katja Koch referierte über „die Mehrsprachigkeit im Kindergarten. Chancen und Möglichkeiten von Immersion“. Mit der Aussage „Sprache ist das wichtigste Medium der zwischenmenschlichen Kommunikation. Ein angemessener Erwerb von Sprache stellt die Grundlage für die Teilhabe am sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben dar. Koch stellte die aktuelle Situation von Sprachförderung in Vorschul-Einrichtungen und Institutionen vor, wies auf das BLK-Modellprogramm zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (FörMig) hin und stellte neueste Forschungsergebnisse vor.
„Was wir brauchen ist eine gute Struktur und die Möglichkeit eine engmaschige, individuelle Förderung zu gewährleisten, fasste Beate Hamilton-Kohn in der anschließenden Diskussionsrunde wichtige Aspekte des Abends zusammen. Gut ausgebildetes Personal und mehr Zeit für Bildungsangebote wünscht sich Prof. Dr. Koch, selbst Mutter eines Kindes im Kitaalter für die Zukunft. Damit Kinder individuell gefördert werden können sei eine gutausgebildete Sprachkraft in allen Kitagruppen – auch im Regelbereich wünschenswert, so Dr. Gisela Klatt abschließend.
Die Fachvorträge der beiden Referentinnen finden Sie demnächst hier auf der Internetseite des Paritätischen Braunschweig.







