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Traditioneller Jahresempfang der Arbeitsgemeinschaft der Braunschweiger Wohlfahrtsverbände – "Zusammenstehen in guten und in schwierigen Zeiten"

12. Jahresempfang der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände in der Dornse des Altstadtrathauses (von links): Matthias Konrad und Magdalena Gruber (beide Caritas), Norbert Velten und Anke Grewe (beide Diakonie), Henning Eschemann (Paritätischer, Sprecher der AG der Wohlfahrtsverbände), Carola Mette (DRK), Bürgermeisterin Annegret Ihbe, Christian Blümel (DRK), Gabriela Schimmel (Öffentliche Versicherung für die Sponsoren), Gunter Kröger (AWO) und Initiator Harald Tenzer.

Die Arbeitsgemeinschaft der Braunschweiger Wohlfahrtsverbände (AGW) hatte am vergangenen Freitag zum 12. Mal zum Jahresempfang geladen. Im Altstadtrathaus trafen sich in der Dornse rund 200 Vertreter aus sozialen Organisationen, Wirtschaft und Politik zum gemeinsamen Austausch. Henning Eschemann, Geschäftsführer des Paritätischen Braunschweig und derzeitiger Sprecher der AGW eröffnete den Abend mit den Worten: „Zusammenstehen in guten und in schwierigen Zeiten“ und machte diesen Satz zum Motto des Abends. „Vor genau einem Jahr, an gleicher Stelle, habe ich Sie, meine sehr verehrten Damen und Herren, noch mit einer gewissen Leichtigkeit zu einer italienischen Nacht begrüßt. Das herzliche Willkommen ist geblieben, jedoch die mediterrane Leichtigkeit ist leider etwas von mir gewichen."

Unter den zahlreichen Gäste, waren Bürgermeisterin Annegret Ihbe, Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann, der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages und langjähriger Landtagsabgeordnete Klaus Peter Bachmann, die Braunschweiger Landtagsabgeordneten Almuth von Below-Neufeldt, Christoph Bratmann und Christos Pantazis. Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, zahlreiche Ratsmitglieder, Sponsoren, Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung sowie die Vertreterinnen und Vertreter, Kolleginnen und Kollegen, ehrenamtlich wie hauptamtlich, aus den Kirchen, den Einrichtungen und den Dienste der Braunschweiger Wohlfahrtsverbände. Seinen Dank richtete Eschemann besonders an Harald Tenzer, den Organisator dieser Veranstaltung, für sein beispielgebendes, großes Engagement im sozialen Bereich und für die Freie Wohlfahrtspflege.

"Im Gegensatz zum letzten Jahresempfang ist die gewisse Unbeschwertheit abhandengekommen, so Eschemann. "Freuten wir uns noch vor einem Jahr über den wirtschaftlichen Erfolg von Volkswagen, genossen wir die positiven Auswirkungen des Sommermärchens 2006 das noch bis 2014 strahlte, sprachen wir den Slogan „Zu Gast bei Freunden“ mit Stolz jeden Fremden gegenüber aus. Und heute? Die Welt hat sich verändert. In vielen Bereichen."

Die veränderte Situation hat inzwischen längst auch Auswirkungen auf die Stadt Braunschweig. Annegret Ihbe, Bürgermeisterin der Stadt Braunschweig überbrachte die Grußworte der Stadt, wies auf die große Bedeutung der Wohlfahrtverbände hin und ließ die aktuellen Probleme und Herausforderungen nicht unerwähnt. „Uns ist bewusst, dass die AGW wesentlicher Bestandteil des sozialen Netzes in Braunschweig ist. Ohne das Wirken der Wohlfahrtsverbände wäre die soziale Versorgung in Braunschweig nicht aufrechtzuerhalten. Das vielseitige Engagement der Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege untermauert, dass sie seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Stadtgesellschaft sind: Sie sind ein tragender Bestandteil des sozialen Versorgungsnetzes in Braunschweig – und dieser Rolle wird wohl im nächsten Jahr in Anbetracht der Flüchtlingssituation eine noch größere Bedeutung zukommen. Denn die Stadt befindet sich seit Monaten insbesondere als Folge der Bürgerkriege im Nahen Osten und Nordafrika in einer Ausnahmesituation. Anfang Oktober lebten in der Braunschweiger Landesaufnahmebehörde (LAB) rund 4.000 Asylsuchende – obwohl die Einrichtung nur für 750 Menschen ausgelegt ist. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, Menschen aufzunehmen, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen, und ihnen ein Dach über dem Kopf zu geben. Nur waren wir – wie die anderen deutschen Städte – auf diese Zahl von Flüchtlingen nicht vorbereitet." Ihbe sprach von einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung, die nur im Miteinander gelöst werden kann. "Daher waren wir den Wohlfahrtsverbänden für ihre Unterstützung außerordentlich dankbar“, sagte Ihbe und hob insbesondere hier die Arbeit des DRK hervor.

Stellvertretend für die Sponsoren sprach in diesem Jahr Gabriele Schimmel, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Öffentlichen Versicherung Braunschweig. Auch sie ging auf die aktuelle Flüchtlingssituation und die Verantwortung, die Unternehmen haben ein, denn so Schimmel „ist Arbeit ist neben dem Spracherwerb ein besonderes Integrationsmedium.“

Auch Harald Tenzer, Initiator des Jahresempfangs betonte wie wichtig es sei, dass die Wirtschaft als Partner an der Seite der Wohlfahrtsverbände Verantwortung  übernehme, insbesondere in den kommenden Jahren, wenn es um die Integration der Flüchtlinge gehe. Zum Schluss mahnte er: „Offenheit, Engagement, Toleranz und Verantwortung sind mittlerweile deutsche Markenzeichen, die wir uns nicht nehmen lassen sollten.

Die Jugend-Jazzband „Nowottny“ unterhielt das Publikum bestens bevor der Abend bei interessanten Gesprächen ausklang.